Wahlprojekt
Wahlprojekt in der Oberstufe der Montessori-Schule schärft das politische Bewusstsein.

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„Neuer Bundeskanzler ist Leander Baack von den Grünen.“ Wahlbeteiligung 91 Prozent, „Die Linke“ mit 39 Prozent stärkste Fraktion, gefolgt von „Bündnis 90/Die Grünen“ mit 33 Prozent. CDU/CSU, SDD und AfD im 10-Prozent-Bereich. Was sich anhört wie eine Utopie, ist Ergebnis des Wahlprojekts an der Montessori-Schule Niederseeon. Sieben Tage gleich zu Beginn des neuen Schuljahres haben die Oberstufenschüler der Klassen 9 und 10 intensiv am Wahlprojekt gearbeitet. Haben sich in Parteiprogramme eingelesen, eine Fernsehdiskussion der Spitzenkandidaten analysiert, sich für eine Partei entschieden, ihre Positionen formuliert, Plakate gestaltet und aufgehängt, Wahlkampf in der fünften bis achten Klasse gemacht, an selbst gestalteten Wahlkampfständen mit Keksen, Lutschern und knackigen Slogans um Stimmen geworben, die Logistik von Wahl und Auszählung vorbereitet.

„Wir haben fünf bekannte Parteien aus den 42 in Bayern vertretenen ausgewählt“, berichtet Oberstufenlehrer Florian Berrenberg. Die Linke, Grüne, SPD, CDU/CSU und AfD sind im Wahlspiel vertreten, drei kontroverse Fragen thematisieren sie: Klima/Umweltschutz, Sicherheit und Flüchtlinge. Höhepunkt dann am 22. September, zwei Tage vor der realen Bundestagswahl, eine Podiumsdiskussion der Spitzenkandidaten aller im Wahlspiel vertretenen Parteien. Danach können die Schüler der fünften bis achten Klassen Fragen stellen. Auch sie haben sich in den Tagen davor ins Thema eingearbeitet.

Auf dieser Grundlage hinterfragen sie jetzt kritisch die Aussagen der Parteivertreter. „Die Schüler waren bei der Vorbereitung unheimlich interessiert und haben sich sehr engagiert. Dies sieht man jetzt an den Fragen, die sie öffentlich zu stellen wagen“, so Mittelstufen-Lehrer Claus Müller. Bis über die Pause hinaus dauert die Diskussion. Dann geht es an die Wahlurnen.

Geplant haben Schulleitung und Lehrer das Projekt bereits im vergangenen Schuljahr. „Die Schüler hatten großes Interesse an den Schlagzeilen der Zeitungen, in deren Mittelpunkt häufig die AfD stand. Hier sind viele Fragen aufgetaucht.“, erzählt Angelika Oedingen, neue Schulleiterin der Montessori-Schule Niederseeon, letztes Schuljahr noch Deutschlehrerin in den Klassen 7 und 8. „Wichtig ist mir, dass die Jugendlichen frühzeitig in das Verfahren der demokratischen Wahlen eingeführt werden. Ich hoffe, dass das Projekt sie politisiert und sie auch im schulischen Umfeld Mitsprache halten, sich in der SMV engagieren und realisieren, was sie im aktiven Mitwirken erreichen können“, betont Oedingen.

Oberstufenlehrerin Anna Weller ist sich sicher, dass die Schüler viel aus dem Projekt mitgenommen haben. „Sie haben Sensibilität für die manipulative Kraft von Worten und Bildern entwickelt und erkannt, wie leicht man hohl um wirkliche Aussagen herumreden kann. Ich glaube, sie haben politisches Bewusstsein gewonnen und können die Erfahrung aus dem Projekt auch in ihrem Umfeld nutzen. Aus ,Wir gestalten Deutschland‘ kann so ,Wir gestalten die Schule‘ werden.“ 

Andrea Haunschild

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Kennenlernwanderung in der Projektstufe

Jedes Jahr, am Anfang des Schuljahres, geht‘s mit der Projektstufe ab in die heimischen Berge.

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Wir haben das Wandern bewusst ausgesucht, gezielt setzen wir die Jugendlichen einer kontrollierten „Extremsituation“ aus, in der sie viel über sich selber erfahren und zusammenwachsen können.

Dieses Jahr ging es mit dem Zug von Holzkirchen aus nach Bayrischzell und von dort in drei Tagen quer durch das Mangfallgebirge nach Oberaudorf und anschließend mit dem Zug wieder zurück nach Holzkirchen. Vorbereitet haben wir die Jugendlichen mit zwei Projekttagen, in denen neben dem richtigen Rucksack packen und Karten lesen auch die Entstehung und Vegetation der Alpen und teambildende Spiele auf dem Programm standen.

Die Schüler/innen in der Projektstufe durchlaufen gerade eine sehr wichtige Phase ihres Lebens und sind meist mitten drin in der Pubertät. Sie wollen sich bewähren, sich selber kennenlernen, ihre Meinung äußern, wollen wahrgenommen werden und sind trotz allem noch „unsere Kinder“.

Bei unseren Kennenlernwanderungen kommen so manche Schüler/innen (auch Lehrer/innen) an ihre Grenzen. Das sind keine Spaziergänge, sondern Wanderungen von Hütte zu Hütte mit schwerem Rucksack und etlichen Höhenmetern. Und wenn man/Frau dann noch zwei Kilogramm Süßigkeiten oder diverse Schminkutensilien dabei hat, wird‘s richtig anstrengend.

Aber irgendwann ist es geschafft, die Hütte erreicht. Jetzt kann man gemeinsam schimpfen, über die blöden Berge und die noch schlimmeren Lehrer, und das Essen ist auch zu wenig und überhaupt. Aber wir haben es geschafft. Und die Aussicht hier oben ist auch nicht so übel. Und spätestens bei der zweiten Runde „Wahrheit oder Pflicht“ sind wieder andere Themen wichtig und die Strapazen vergessen. Wir haben es geschafft!

Und was bleibt? Wir denken, die Schüler lernen ihre Grenzen kennen und eventuell auch, sie zu überschreiten, sich einzuschätzen, Schwächen zuzulassen, und erleben das Gefühl, etwas zu schaffen, auch wenn sie keine Lust dazu hatten. Und hoffentlich entwickeln sie dabei ein bisschen Gespür für die Schönheit unserer Heimat und am Ende überwiegen die positiven Erfahrungen und die schönen Erinnerungen, auch wenn es anstrengend war. 

Bernhard Kleeblatt und Elisabeth Kainz

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Erfolgreiche Abschlüsse 2017

Die Jahrgangsbesten aus Niederseeon beim Qualifizierenden Hauptschulabschluss und der Mittleren Reife wurden am 19. Juli in Ebersberg ausgezeichnet,

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von links: Emma Klotz 1,5, Felix Greitl 1,3, Charlotte Ferch 1,4, Tessa Fink 1,3, Raphael Hermann 1,4 und Andreas Csontos 1,5.
Alle Prüfungskandidaten aus der 9. und 10. Klasse haben die Prüfungen bestanden. Der Durchschnitt bei den Qualiprüfungen der Niederseeoner Schüler lag bei 2,0, der Durchschnitt bei den M-10-Prüfungen bei 2,4.

Gratulation!

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Der große Bogen

Wie machen sie es nur an der Montessori Schule in Niederseeon?

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Erneut gelang der Grundstufenklasse GS2 in diesem Jahr mit Ihrem Musical „Der große Bogen“ unter der Leitung von Ron Haselow  eine großartige Aufführung. Dabei sind es nicht immer leichte Themen, die der Klassenlehrer für seine Musicals auswählt. Während im letzten Jahr die Flüchtlingsthematik aufgegriffen wurde, ging es in diesem Jahr um Nachhaltigkeit - denn 2017 ist das Jahr der Nachhaltigkeit. Aber trotz der Ernsthaftigkeit des Inhalts kommen Unterhaltung und Freude nicht zu kurz. Bei der knapp einstündigen Aufführung dominiert ein abwechslungsreiches, originelles und gut einstudiertes Programm.

Gerhard Haupt’s „Der große Bogen“  wurde von den 18 Schülern am 23. Februar in der Montessori- Schule in Niederseeon aufgeführt. Eingeladen waren Eltern, Geschwister, Freunde und Interessierte. Die Aufregung unter den 6 bis 10-jährigen Schülern war groß.  Zwei Monate Arbeit lagen hinter ihnen. Sie haben Texte gelernt, Lieder geübt, Kulissen gebaut und immer wieder geprobt.

Um 16:30 Uhr ging es dann mit einleitenden Worten des Klassenlehrers Ron Haselow endlich los. Er hat das Stück zusammen mit seinen Kolleginnen Anastassia Bachmann und Hannelore Hintermeier mit den Kindern einstudiert.

Das Musical erzählt vom Königreich der zwei Königinnen. Da die Sonne seit Jahren die Ernte der Menschen verdorren lässt, beschließen sie, mit einem großen Bogen ein Stück aus der Sonnenscheibe zu schießen. Der Plan gelingt, und da nun die Sonne nicht mehr so heiß scheint, haben die Menschen wieder mehr zu essen und müssen nicht hungern. Alles scheint gut zu sein. Doch bald mehren sich die schlechten Nachrichten aus allen Teilen des Landes. Und auch hinter der hohen Mauer, welche das Land umschließt, verändert sich die Natur... doch nicht zum Guten.

Alles hängt mit allem zusammen. Wenn wir die Natur verändern, verändert sich die Natur. Die Folgen unseres Handelns haben Auswirkungen. Diese sind an vielen Stellen der überall vernetzten Umwelt spürbar. Und nicht immer sind es die, die wir geplant hatten. 

Im Jahr der Nachhaltigkeit ermutigt das Theaterstück der GS2 zum Nachdenken über einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit unseren Lebensgrundlagen.
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Erster Schultag

Ein besonderer Moment ist das, wenn die neuen Schulkinder von ihrer Klasse aufgenommen werden. Die zwei Klassenlehrer bilden ein Tor,

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durch das die Neuen in die Runde ihrer Klassenkameraden gehen, empfangen von ihrem Paten. Da, wo bei einem Neuankömmling noch Zögern oder Angst mitschwingt, verfliegt diese spätestens mit der Sonnenblume, die das Patenkind dem neuen Gruppenmitglied überreichte.

„Der Fluss geht auf die Reise, stetig und leise, der Fluss geht auf die Reise, leise ins Meer.“ Dieses Lied aus dem Aufnahmeritual an der Schule Niederseeon geht den aufgeregten Eltern direkt ins Herz, wenn sie ihre Kinder davonziehen sehen, in einer langen Reihe mit ihren Klassenkameraden, die sie nach der Begrüßung ins Klassenzimmer führen, wo sie nun ganz ohne Eltern den ersten Schritt in die Schule machen. „Es ist den Kindern leicht gemacht worden“, stellt eine Mutter fest. Wenn man merke, dass das eigene Kind durch den Gesang und die Gesten ganz ruhig werde, dann könne man auch selbst entspannen. So etwas, sagt sie, habe sie an einer Schule noch nicht erlebt. Eine andere Familie sagt über ihre Tochter: „Sie ist glücklich, dass sie hier ist!“

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Unsere Wasserwoche
Die Grundstufe erkundet den Lauf heimischer Gewässer. Bericht einer Schülerin.

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Wir, die Grundstufe 2 (GS2) aus der Montessori-Schule Niederseeon, hatten vor den Osterferien im März ein Wasserprojekt. Wir gingen raus in das schöne, warme Märzwetter und bauten ein Modell auf. Daran konnten wir sehen, wie der Wasserkreislauf funktioniert. Am Dienstag, den 21.3.2017, machten wir mit unserer Lehrerin Anastassia Unterwasserbilder. Die hingen dann in unserer Schule aus. Das sah sehr lustig aus, weil bei einem Bild ein Klavier im Wasser war. Den Rest der Woche hatten wir ganz normal Schule. Anastassia bot am Montag, den 27.3.2017, ein Lapbook zum Thema Frosch an. Dort bastelten wir so eine Art Buch. Wir schrieben den Aufbau vom Frosch rein. Am selben Tag machte unser Lehrer Ron ein Themenangebot zum Musikstück „Die Moldau“.

Am Dienstag, den 28.3.2017, ging es endlich mit den Wanderungen los. Es fing an bei der Quelle vom Kitzelsee. Das ist ein Toteissee. Wir gingen beim Ausfluss des Kitzelsees, der hieß Spiegelbach, los. Auf dem Rückweg sahen ein paar Kinder eine Wasserratte, die Jungs aus unserer Klasse nahmen Froscheier mit. Ungefähr eine Woche später, den 3.4.2017, war unsere nächste Wanderung. Wir gingen an einem warmen Morgen zum Spiegelweiher, und dort fanden wir Wassertiere und auch Frösche. Am Ende kamen wir in Moosach beim Fischweiher raus. Die Kleinbusse aus der Schule holten uns ab.

Endlich ging es los ins Schullandheim nach Aßling. Das war am Mittwoch, den 5.4.2017. Hier suchten wir die sieben Quellen der Moosach. Wir fanden sogar eine achte, die nannten wir GS2.

Auf den Spuren des Bibers

Dann ging es weiter zum Biberbau im Dorf Moosach. Ein paar aus der Klasse sahen den Biber. Als wir weiter gingen, entdeckten wir einen neu angefangenen Biberbau. Wir stiegen wieder in die Kleinbusse und fuhren ins Brucker Moor. Dort versuchten wir „GS2“ nachzuschreiben. Am nächsten Tag gingen wir zum Zusammenfluss von Moosach und Attel.

Leider war jetzt schon Freitag, der 7.4.17, unser letzter Tag. Es war ein kühler Morgen, wir packten alle unsere Sachen. Dann kamen die Kleinbusse und wir fuhren dorthin, wo die Attel mit der Moosach in den Inn fließt. Das sah richtig cool aus, weil die Attel dunkel ist und der Inn ganz hell. Der Inn fließt in Passau in die Donau und durch zehn andere Länder. Die Donau fließt dann ins Schwarze Meer.

Emma Beutel

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Praktika: Einblick ins Berufsleben
Praktika stehen in der siebten und achten Klasse auf dem Programm.

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Die Siebtklässler haben je eine Woche im Januar und im Mai, bei den Achtklässlern sind es je zwei Wochen. Hier kann jeder Schüler wählen, ob er zwei Wochen im gleichen Betrieb arbeiten will oder zwei verschiedene Tätigkeiten erproben möchte. „Während der Praktika machen die Jugendlichen wertvolle Erfahrungen“, betont Lehrerin Anne-Kathrin Kabitzke. „Sie testen ihre praktischen Fähigkeiten und kommen mit der Arbeitswelt in Kontakt. Dass sie verschiedene Tätigkeiten ausprobieren, hilft ihnen, eigene Stärken und Interessen zu erkennen und sich schon einmal Gedanken zu machen, was ihnen später als Beruf vielleicht liegen könnte – und was überhaupt nicht. Auch dies kann eine wichtige Erfahrung sein“, so Kabitzke weiter. Johann aus der siebten Klasse z. B. arbeitete in der Eisdiele, Mira Lu aus der achten im Blumenladen und Töpfergeschäft und Christopher aus der achten im Radlgeschäft. Sie alle waren mit Freude bei der Arbeit und gewainnen so wertvolle Einblicke in die Praxis. Auch die Geschäftsleute schildern durchweg positive Eindrücke von den Schülern. Dass sie anpacken, mit Freude dabei sind und wertvolle Hilfe im Arbeitsalltag leisten.

In der Woche nach ihren Praktika stellen die Schüler und Schülerinnen ihre Tätigkeiten in der Klasse mit einer PowerPoint-Präsentation vor. Hierfür recherchieren sie auch, was die Ausbildungsinhalte sind und an welchen Berufsschulen man den Beruf erlernen kann. Sie beschreiben, was sie gemacht und gelernt haben und welche Fähigkeiten dazu nötig sind. So lernen sie, sich selbst einzuschätzen und zu reflektieren, was einen Beruf ausmacht. 

Andrea Haunschild

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Großes Schulkonzert
Musikprojekt bezieht alle Stufen in Harmonie und Rhythmus ein.

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Diesmal machten Schüler aus allen Stufen mit, von der Grundstufe bis zur Oberstufe – das Musikprojekt von Musiklehrerin Maria Rose wächst jedes Jahr, so wie die Kinder und ihre musikalischen Fähigkeiten. Damit Kinder und vor allem Jugendliche begeistert mitmachen, muss es auch ihre Musik sein. Deshalb sangen sie „What if God was one of us“, schnippten und klatschten zu „I see fire“, intonierten „Ein Hoch auf uns“ und zum Schluss das Lied „We are the world – we are the children“, mit viel Mut zum Solo am Mikrophon und einem begeisterten Chor

Viele der Lieder schlugen die Schüler und Schülerinnen vor und Maria Rose arrangierte die Stücke, damit sie für die Kinder und Jugendlichen zu bewältigen waren. „Das Hauptthema bei den Neunt- und Zehntklässlern war es, sie zu bestärken und aus der Reserve zu locken. Am Anfang trauten sie sich einfach nicht zu singen“, schildert Maria Rose die Herausforderung. „Positiv überrascht war ich davon, dass so viele Große Lust hatten mitzumachen. 28 Schüler und Schülerinnen aus der Mittel-, Projekt- und Oberstufe waren dabei. Neben der musikalischen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen beobachtete Maria Rose während des Projekts auch, wie die Persönlichkeit der einzelnen Schüler und Jugendlichen im Zusammenwirken Wertschätzung und andere Wahrnehmung erfuhr, wie Selbstbewusstsein wachsen und ein anderes Selbstverständnis sich entwickeln konnte. Wie die Schüler ihre Mitschüler plötzlich mit anderen Qualitäten und Stärken wahrnehmen und schätzen konnten, die im Schulalltag oft nicht so deutlich sichtbar sind.

Das Eigene in die Gemeinschaft einbringen

Dazu kommt die Erfahrung des Miteinanders. „Das Zusammenspiel bringt eine besondere Erfahrung der Gemeinschaft. Es ist eine bereichernde Erfahrung, gemeinsam im Takt zu sein und sich am Ende zu freuen, dass es geklappt hat“, beschreibt Maria Rose das gemeinsame Musizieren. „Jeder kann seine Musikalität einbringen und der andere reagiert darauf. Man kann das Eigene in der Gemeinschaft leben und keiner muss sich aufgeben, um in einer Gruppe mitmachen zu können.“

Nach der harten Arbeit mit intensiven emotionalen Erlebnissen und anrührenden Momenten, die auch an ihre persönlichen Grenzen ging, ist Maria Rose stolz, dass sie dran geblieben ist: „Ich habe sie alle gefordert. Diesen Halt brauchen sie doch.“ Und jetzt sind alle Mitwirkenden um intensive Erfahrungen reicher. „Jetzt wissen sie, wie sich das anfühlt, Musik zu machen und sie mit anderen zu teilen.“           

Andrea Haunschild

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Indianische Gastschüler

Cedar Fernandez und Wade Jr. vom Volk der Menominee aus Wisconsin besuchten zwei Wochen lang die Projekt- und Mittelstufe in Niederseeon. Es gelang ein Erfahrungsaustausch beider Seiten: Die Indianer aus Nordamerika erfuhren viel über unsere Art der Schule, die deutschen Schüler interessierte sich für das Leben der Gäste in den USA.

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Erstaunlich war für Cedar und Wade der freie und freundschaftliche Umgang zwischen Lehrern und Schülern. Sie nutzten die vielen Möglichkeiten, die die Schule bietet: Freiarbeit, die sie zum Deutsch lernen nutzten, Arbeiten in der Holzwerkstatt oder den Unterricht in Kunst, der erstmals als englisches Angebot stattfand. Spannend fanden sie auch das Fach Küche, Teil dessen die Mittagsversorgung der Schule ist. Besonders schön fanden die beiden Jungs die Besuche in der Mittelstufe, weil hier die Schüler noch unvoreingenommen und spontan auf die Gäste zugingen, während die älteren Schüler mehr Hemmungen hatten, ihr Englisch anzuwenden. Hier musste die Lehrerin Sarah etwas helfend unterstützen.

Neu war, dass die beiden Gastschüler statt eines Aktionsprogramms am normalen Unterricht teilnahmen. Die beiden haben viel über das Leben in Deutschland erfahren und ihrerseits von ihrem Leben auf der Reservation erzählt. Ein besonderes Event war das Konzert von Mitch Walking Elk und Wade Fernandez am 1. Juni. Eltern und Kinder ließen sich von Klängen der indianischen Flöte, aber auch heißen Rockhymnen und kratzigem Blues verzaubern. Der Reporter der SZ wurde gar an „Winnetou“ erinnert … das lag sicherlich daran, dass die Musiker sich ein wenig auf die Kinder eingestellt hatten, die mit großen Augen vor der Bühne saßen. Nachdem Mitch Walking Elk im Herbst erst die Mittelstufe besuchte hatte, nutzten einige Kinder mit ihren Eltern die Gelegenheit, den Musiker live zu erleben.  ks

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Senseeon, das ist Sommer

„Heldinnen“ war das Motto von Senseeon 2015. Und eine Heldin vieler Kinder seit Generationen ist Pippi Langstrumpf. Eigensinnig, stark und erfinderisch ist sie. Das passt gut nach Niederseeon, wo die Kinder genauso sind.

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Im Senseeon-Theaterstück gibt es daher nicht nur eine Pippi. So viele sind es, dass einem ganz schwindlig wird – habt Ihr mitgezählt, wie viele es waren? Ein schöner Regieeinfall ist das – so gibt es keine Hauptrolle, sondern viele kleine Darstellerinnen, jede Pippi-Szene eine neue. Jede Pippi hat ihre eigene Art und ihre eigene Rolle. Dazu gibt es die Tanz- und die Putzpippis, sogar Jungs machen hier mit. Die Grundstufenvilla ist die Villa Kunterbunt und wirklich haben die Kinder die Fensterrahmen mit bunt bemalten Blenden dekoriert. Besonders schön ist der Multi-Pippi-Effekt, als die Polizisten sie suchen und sich ein Fenster der Villa nach dem anderen öffnet: „Hier bin ich!“ ruft Pippi aus dem ersten Stock links, „Hier bin ich!“ tönt es von rechts. Kein Wunder, dass die Staatsgewalt vor so viel Kreativität kapituliert. Begeisterter Applaus für alle Mitwirkenden und dann gibt es wohl verdientes Eis an diesem heißen Sommertag.

In der Mittelstufe haben die Schüler ein Quiz zum Thema „Heldinnen“ vorbereitet. Jeder hat eine Frau porträtiert, die etwas Besonderes geleistet hat: Sophie Scholl, die birmanische Menschenrechtlerin Aung San Suu Kyi, Marie Curie und viele andere. Drei Fragen gibt es zu jeder, und dann darf das Publikum mitmachen: „Eins, zwei oder drei, Du musst Dich entscheiden, was ist schon dabei?“ Kinder und Erwachsene spielen mit, hopsen ins Feld der Antwort, die sie für richtig halten und freuen sich, wenn sie es getroffen haben.

Wieder draußen in der Sonne. Blau ist der Himmel, heiß ist es, Kinder mit Blumenkränzen tanzen über die Wiesen. Sommer. Noch einen Eiscafé? Oder doch lieber Kuchen vom Büffet beim Kindergarten? Wo sind eigentlich unsere Kinder? Der Große ist auf der Fußballwiese, die Kleine steht mit ihrer Freundin beim Filzstand und kauft sich gerade einen Haargummi mit einer Filzblüte. „Bin ich schön?“ – „Ja, das bist Du.“ Schön wie ­Senseeon im Sommer. Freuen wir uns auf nächstes Jahr.   ah

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